Meine Adipositas

03-10-20 21:29 adipositas

Nun, hauptsächlich möchte ich diesen Blog betreiben, um über meine kleine Geschichte über Adipositas un den Weg zur Magen-OP zu erzählen.

Was war eigentlich der Auslöser?

Ich habe schon seit meiner frühen Jugend ein Problem mit dem Übergewicht. Das Essen war immer sehr lecker und gerade Schokolade ist so mein größtes Laster gewesen. Natürlich auch andere Süßspeisen wie z.B. Pudding, Teilchen und anderes habe ich nicht liegen lassen.

Im Alter nun kamen und kommen auch schon starke, körperliche Einschränkungen daher, die auch nicht immer schmerzlos sind. Typisch sind dabei Rücken- und andere Gelenkschmerzen, die einem auch kleine Bewegungen zur großen Aufgabe machen und einfach ätzend nerven!

Ein Alarmsignal war vor ein paar Jahren eine Untersuchung in einer Kardiologie, die bei mir einen Blutdruck von 220/120 gemessen hatten und mich nicht mehr nach Hause gehen ließen. So landete ich also für 2,5 Tage im Krankenhaus, da ich in dem Moment, nach Aussage der Ärzte, ein hohes Risiko für einen Schlaganfall hatte. Blöd gelaufen!

Einige Medikamente und Arztbesuche später brachten den Blutdruck in eine, für mich, normale Werteregion, jedoch immer noch viel zu hoch für "normal". Immer wieder fragte ich bei meinem Hausarzt nach, was man denn noch machen könnte, damit das Gewicht runter geht, aber dieser sprach nur von "weniger Essen" und "mehr Bewegung". Bewegt habe ich mich schon, denn mit der Familie sind wir gern draußen spazieren und Geocachen, aber bei wirklich üblen Wetter bleibt man eben daheim und zockt am Computer oder Brettspiele. Auch mein Bürojob als Software-Entwickler lässt nur wenig Möglichkeiten zur Bewegung offen... und mit Sicherheit liegt das auch mehr an mir selbst.

Nun hatte ich immer noch keine Lösung, das Gewicht war zwischenzeitlich schon auf 150kg gestiegen und die Waage hob ächzend die weiße Fahne. Minimal kam ich nur noch auf 145-147kg runter und dann, in Frustphasen und in der kalten Jahreszeit, wieder etwas hoch.

Was tun? WAS?

Dann hat mir meine Frau immer wieder von einer Bekannten erzählt, die sich den Magen operieren lassen hat, da sie auch starke Probleme hatte. Erst dachte ich: "Oh je... operieren, wenn's nicht sein muss?" Aber was ist die Alternative? Frühes Ableben durch ein metabolisches Syndrom? NEIN!

Meine Familie braucht mich noch länger und ich habe selbst auch noch einiges vor und so war dann die Idee gesetzt und ein Termin im Adipositaszentrum ausgemacht.

Termine, Untersuchungen, Termine, Untersuchungen

Ja, es gibt einige Termine und Untersuchungen, denn eine OP macht man nicht mal eben so. Dazu gehören noch einige Zwischenstationen, die ihre Zeit brauchen und so habe ich im September 2019 mit den ersten Dingen angefangen.

Erstmal geht's zum Endokrinologen, der ein intensives Blutbild aufnimmt und checkt, ob das Übergewicht aus anderen Gründen besteht. Bei mir war aber alles ok.

Dann folgt eine 6-monatige Ernährungsberatung, die die aktuelle Situation einschätzt und auf die (wirklich einschneidende) Ernährungsumstellung kurz vor der OP und danach eingeht. Die Termine fand ich persönlich nicht wirklich hilfreich, da die gute Frau fast immer wieder das Selbe gesagt hat und erst beim letzten Termin auf die wichtigen, für die OP entscheidenden, Themen einging. Alles davor war nur Geplänkel, aber es gehört nun mal dazu.

Zwischendurch gab es zwei Unterhaltungen mit dem Chirurgen, der sich noch wieder alles angeschaut hat und mir die OP und die Möglichkeiten aufgezeigt hat. Bei mir wird's übrigens ein Schlauchmagen.

Auch waren zwei Termine bei einem Psychologen Pflicht, denn es könnte ja sein, dass es da von psychischer Seite aus Probleme gibt. Auch das ist ein übliches Vorgehen und der Psychologe hat grünes Licht gegeben.

Der letzte Termin war eine Magenspiegelung, von welcher man, dank Propofol, so gar nichts mitbekommt und sie schnell vorrüber ist. Auch da war alles i.O.

Am 12. Oktober 2020 folgt dann noch der obligatorische Abstrich für das aktuell umgehende SARS-CoV-2 Virus und die OP ist zwei Tage später am 14.10.

Flüssigphase vor der OP

Seit ein paar Tagen bin ich nun in der Flüssigphase, obwohl es doch passender "Eiweißphase" heißen sollte. Vom Klinikum wurden Proteinshakes vorgegeben, und als Alternative sehr kohlenhydratarme Gerichte vorgeschlagen. Auch liest man auf anderen Webseiten von Kliniken oder Blogs, dass man durchaus was essen kann, jedoch 2 Mahlzeiten nur Shakes sein sollten. Der Hintergrund ist, dass die Leber sich verkleinern soll, was die OP für die Ärzte schon sehr vereinfacht. Denn Kohlenhydrate (darunter vor allem Zucker) wird in der Leber als Fett eingelagert und vergrößert sie so stark. Auch Obst ist während der Phase verboten, denn Fruchtzucker wird genauso gut (oder gar besser) umgewandelt und als Fett eingelagert! (Es ist nicht immer Gesund, viel Obst zu Essen. Die Dosis macht das Gift!)

So trinke ich nun seit Tagen die Proteinshakes und mache ab und zu mal etwas anderes, wie Ei und selbstgemachte Frikadellen ohne Zusatzstoffe oder eine einfache Blumenkohlsuppe als Alternative.

Zu den Proteinshakes kann man nur noch erwähnen, dass die Vorschläge der Klinik der reinste Albtraum sind. Es werden Produkte aus Haushaltsläden empfohlen, von denen eher schlecht wird, als dass sie irgendwie helfen. So haben wir (meine Frau und ich) uns schon eine ganze Weile vor dieser Phase informiert, was es noch für Proteinshakes gibt und haben auch viel ausprobiert. Hängen geblieben bin ich am Ende bei der Marke "ESN", die wirklich schmackhafte und gut lösliche Shakes produzieren und das auch noch in viele verschiedenen Geschmacksrichtungen, damit es nicht so schnell langweilig wird. Die anderen Shakes kann man fast alle vergessen, denn die sind wiederlich und erzeugen nach der Zubereitung einen Konsistenz von Wasser mit Sand (schlech löslich) und was auch immer. Es gibt noch eine Alternative von MyProtein, die ist in Ordnung, aber nicht ganz mein Ding.

Ausgangssituation und weiterer Verlauf

Ich habe mich einen Tag vor der Phase (vor dem 01.10.20) gewogen und bin mit 142.7kg gestartet. Demnächst gibt es ein kleines Update dazu, denn auch in der Eiweißphase nimmt man schon ein bisschen ab. Ggf. werde ich auch Fotos posten, denn die werde ich nun auch wöchentlich machen.

Das war's erstmal von meiner Seite.

Christian

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